Sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche
Vorbeugung, Erkennung und Behandlung
Sexuelle Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen ist eine tabuisierte Form von Gewalt, die bei uns allen Berührungsängste auslöst. Die eigenen Ängste verunsichern im Umgang mit diesem Problemfeld und verunmöglichen, sexuellen Missbrauch zu erkennen und den Betroffenen adäquat zu helfen.
Erst wenn Lehrkräfte gelernt haben, sich diesem Tabuthema angstfrei zu nähern, können sie für die zentrale Bedeutung der Grenzen sensibilisiert werden: Die eigenen Grenzen zu spüren und zu setzen, die Grenzen der Kinder und Jugendlichen wahrzunehmen und zu respektieren und Grenzverletzungen zu erkennen. Erst nach dieser Sensibilisierung kann sinnvolle Prävention in der Schule stattfinden.
Mit diesem Leitfaden wird den Lehrkräften ein Hilfsmittel in die Hand gegeben, wie in der Schule Bewusstsein und Sprache geschaffen werden können, sexuelle Gewalt beim Kind oder Jugendlichen zu identifizieren und hilfreich zu intervenieren.
Ziel ist vor allem eine primäre Prävention, die bei Kindern und Jugendlichen Selbstbewusstsein und Stärke aufbaut, Freiheit und Mobilität vergrößert und Handlungsspielräume erweitert. Mit Sachinformationen, Rollenspielen, praktischen Übungen und Spielen lernen Kinder und Jugendliche im Unterricht auf zum Teil ganz lustvolle Art, ihr Selbstbestimmungsrecht über sich und ihren Körper zu behaupten, sich zu wehren, NEIN zu sagen, sich Personen ihres Vertrauens mitzuteilen und Hilfe zu holen.
Inhalt:
- Die aktuelle Situation
- Grundsätzliches zur Prävention
- Was Prävention heißt
- Prävention sexueller Übergriffen von Jungen
- Sieben Punkte zur präventiven Erziehung
- Präventionsbeispiele für KiGa und Grundschule
- Präventionsbeispiele für 9- bis 14-Jährige
- Präventionsbeispiele für 15- bis 18-Jährige
- Verdacht/Intervention (Grundregeln, Juristische Aspekte, Fallbeispiele)
- Kopiervorlagen zu den Unterrichtseinheiten
- Materialsammlung
Auch Themen wie "Ihre Situation als Frau und Lehrerin" und "Ihre Situation als Mann und Lehrer", "Wo liegen meine Grenzen?" und den Chancen und Schwierigkeiten eines Elternabends mit Vorstellung des Präventionskonzepts finden Raum in diesem PDF-Download.