20./21. Jahrhundert - Verfolgung und Vernichtung
Raabits Geschichte - Klassenstufen 8 / 9 / 10
Diese Unterrichtseinheit gliedert sich in drei aufeinander aufbauende Teile und umfasst insgesamt sechs Stunden. In Teil A erarbeiten die Lernenden Basiswissen zu Auschwitz als Synonym für die Vernichtung der Jüdinnen und Juden im Nationalsozialismus. Teil B vertieft dies, indem die „Täter hinter den Tätern“ exemplarisch an drei Beispielen untersucht werden. Teil C bietet Hinweise und Impulse für „Geschichte konkret“ bzw. „Geschichte vor Ort“ und führt die Ergebnisse in Gegenwartsbezüge und Erinnerungskultur über.
Der 27. Januar – nur ein „normaler“ Wochentag? Seit 1996 ist er auch bundesweiter gesetzlich verankerter Gedenktag. Er erinnert an den 27. Januar 1945, den Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch die Rote Armee der damaligen Sowjetunion.
Das Material unterstützt schwerpunktmäßig Schülerinnen und Schüler beim Auf- und Ausbau wichtiger Kompetenzen aus einem kompetenzorientierten Geschichtsunterricht. Zu nennen wären die historische Sachkompetenz, die historische Fragekompetenz, die historische Methodenkompetenz sowie die historische Orientierungskompetenz. Weiterhin werden politische Kompetenzen berücksichtigt wie Urteilskompetenz, Handlungskompetenz, Methodenkompetenz und Sachkompetenz.
Mittels differenzierter Lernangebote erarbeiten sich die Lernenden Sachwissen über die „Endlösung“ der Verbrechen des NS-Regimes und gelangen darüber zu einer Sensibilisierung für die Wichtigkeit des Auf- bzw. Ausbaus einer Kultur heutigen Gedenkens als Beitrag zur Demokratiebildung.
Inhalt / Themen:
- Nie wieder – 27. Januar
- Der 27. Januar – Ein Tag des Gedenkens
- Die Täter hinter den Tätern – Wirtschaftliche und logistische Mitverantwortung am Holocaust
- Mit der Reichsbahn in den Tod
- Die Ofenbauer von Auschwitz
- Der Tod kam aus Hamburg – Zyklon B
- Geschichte konkret – Erinnerungskultur und Gegenwartsbezug
- Starker Mann“
- Akrostichon „Auschwitz“
- „Aus der Hölle zurück“
- Der 27. Januar – Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus
Kompetenzen: Die Schülerinnen und Schüler können …
- die geografische Lage und historische Einordnung von Auschwitz benennen.
- Begriffe wie „Vernichtungslager“ und „Endlösung“ definieren.
- die wichtigsten Fakten zu Auschwitz (Jahr der Errichtung, Funktion, Opferzahlen …) wiedergeben.
- recherchiertes Wissen beschreiben und zusammenfassen.
- grundlegendes historisches Fachwissen wiedergeben.
- digitale und analoge Quellen analysieren.
- die Grundzüge des NS-Herrschaftssystems erläutern.
- Auschwitz in das NS-Herrschaftssystem einordnen.
- die Rolle von Auschwitz im Holocaust erklären.
- den Umgang mit Auschwitz in der Gedenkkultur reflektieren und beurteilen.
Dauer: ca. 6 Stunden je nach Auswahl der Materialien und Methoden
Hinweise zur Einordnung in die Bildungspläne:
Der vorliegende Beitrag ordnet sich curricular ein in die Obligatorik der im Kernlehrplan (KLP) Gesellschaftslehre NRW für die Gesamtschule/Sekundarschule ausgewiesenen Kompetenzen und darauf bezogene fachspezifische Inhalte. Berücksichtigung findet die Thematik sowohl im fächerintegrierten Abschnitt (Inhaltsfeld 9) als auch im fachspezifischen Abschnitt Geschichte (Inhaltsfeld 7), jeweils in den inhaltlichen Schwerpunkten: 2. Weltkrieg, Vernichtungskrieg und Holocaust. Zusätzlich eröffnet der KLP ausdrücklich Freiräume und gibt Schulen die Möglichkeit, aber auch die Aufgabe des Einbringens eigener Schwerpunktsetzungen in inhaltlicher, didaktischer und methodischer Hinsicht und damit auch die Möglichkeit einer längeren und intensiveren Beschäftigung mit einer Thematik. So eröffnet sich Freiraum, z. B. für schuleigene Projekte. Diese sollten dann auch zu fachübergreifenden Querschnittsaufgaben in Schule und Unterricht beitragen.
Als Beispiel sei auf die politische Bildung und Demokratieerziehung verwiesen. (vgl. Kernlehrplan für die Sekundarstufe I Gesamtschule/Sekundarschule in Nordrhein-Westfalen, S. 6, 11 und 12). Der vorliegende Beitrag könnte in eine schulische Schwerpunktsetzung eingebaut werden.