Sprach- und Stilebenen
RAAbits Deutsch/Sprache, ab Klasse 10
Wie kommt der Mensch zur Sprache? Diese Frage hat eine doppelte Stoßrichtung: mit Blick auf den Menschen als Gattungswesen zum einen und mit Blick auf den Menschen als Individuum zum anderen.
Die Schülerinnen und Schüler gehen in dieser Unterrichtseinheit vor allem dem zweiten Aspekt nach. Ausgehend von historischen Diskussionen lernen sie vier Spracherwerbstheorien und aktuelle Forschungsergebnisse kennen. Sie verstehen die Frage nach dem Spracherwerb des Menschen als Teil einer kulturgeschichtlich bedeutsamen Diskussion über den Einfluss von Anlage, Umwelt und Erziehung.
Schließlich ziehen sie auch Rückschlüsse über Kaspar Hausers vermeintliche Isolation, die oben in einer zeitgenössischen Darstellung zu sehen ist.
Die Unterrichtseinheit zum Thema "Spracherwerb" ist in vier Module unterteilt und
- stellt zunächst diese Historie in einem einführenden Überblick zu Fällen von Wolfskindern vor (Modul 1),
- geht dann über die Überlegungen des französischen Philosophen Rousseau (und die Kritik an ihm) zu den wichtigsten Spracherwerbstheorien vor und thematisiert den Stand der Forschung zur Sprachentwicklung beim Kind (Modul 2).
- Mit den Überlegungen Steven Pinkers und Michael Tomasellos werden anschließend zwei Spracherwerbstheorien genauer vorgestellt (Modul 3).
- Das abschließende Modul stellt aktuelle Forschungen an gehörlosen Menschen in der Wüste Israels vor und wendet, im Rückgriff auf ein isoliertes Kind (Kaspar Hauser), linguistische Überlegungen auf diesen bis heute rätselhaften Fall an (Modul 4).
Die Einheit schließt mit einer Klausur ab.
Kompetenzen:
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Lesen: fach- und populärwissenschaftliche Texte über den Spracherwerb lesen und verstehen
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Schreiben: Ergebnisse der Textanalyse zusammenfassen
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Sprachreflexion: Fragen des Spracherwerbs diskutieren; Theorien über den Spracherwerb kennenlernen, vergleichen und ihre Leistungsfähigkeit einschätzen
Dauer: ca. 12 Stunden je nach Auswahl der Materialien und Methoden + Klausur
Die Materialien regen zum Nachdenken über die Fragen an, stellen unterschiedliche Positionen zur Diskussion, die auch wissenschaftlich kontrovers erörtert werden, ohne letztlich eine Position als die „richtige“ und „wahre“ zu präsentieren.