Arbeitsmaterialien für den Deutschunterricht
Ideenbörse Deutsch Sekundarstufe I
Diese Unterrichtseinheit will durch den Einsatz produktiver Verfahren sowie mittels der Nutzung von fachübergreifender Zusammenarbeit und aktueller Bezüge zu einer höheren Motivation im Umgang mit Literatur in der Mittelstufe (etwa in der 10. Klasse) beitragen.
Ödön von Horváths Roman "Jugend ohne Gott" ist in mehrfacher Hinsicht prädestiniert für Schüler, bestimmt doch eine Gruppe von Schülern und ein keinesfalls perfekter, ja kritikwürdiger Lehrer den überwiegenden Teil des Geschehens. Des Weiteren findet die Handlung vor dem Hintergrund einer spannenden Kriminalgeschichte statt, die es im Laufe der Lektürearbeit zu verfolgen gilt. Der dritte Aspekt liegt in der fortwährenden Brisanz der gesellschaftspolitischen und geschichtlichen Dimension, welche der Roman zweifellos offenbart und die Schüler unterschiedlicher Jahrgangsstufen immer wieder berührt und beschäftigt.
Gerade dem Fach Geschichte kommt bei der interdisziplinären Arbeit eine besondere Bedeutung zu. Geschichtliches Wissen über die politische und gesellschaftliche Situation im nationalsozialistischen Deutschland unterstützt das Verständnis der Lektüre. Daneben finden sich auch Anknüpfungspunkte zum Fach Religionslehre oder Ethik und den Themenbereichen "Schuld, Sühne, Verantwortung". Schuldig wird in Horváths Roman nämlich eine nicht unerhebliche Zahl von Figuren. Darüber hinaus eignet sich diese Lektüreeinheit zur vertiefenden Übung als Vorbereitung auf die Schulaufgabenform der so genannten literarischen Charakteristik.
Grundlegend zu betonen ist dabei die Tatsache, dass die traditionelle Vorgehensweise der bewährten und meist effektiven analytisch-kognitiven Textarbeit nicht vernachlässigt, sondern um die produktiv-gestalterischen Verfahren Gewinn bringend erweitert wird, um so die Schüler von der häufig vorherrschenden passiven Konsumentenrolle zu entfernen.
Lernziele: Die SchülerInnen...
- sollen literarischen Texten begegnen.
- sollen die bestehenden geschichtlichen Bezüge erkennen und bewerten.
- schulen ihr fundiertes, eigenständiges Textverständnis
- sollen Techniken zur Charakteristik literarischer Figuren vertiefen.
- schulen ihr aktives Problembewusstsein.
- sollen Gesprächsführung und Diskussionen trainieren.
- sollen geeignete Materialien zur Vertiefung des historischen Kontexts beschaffen und auswählen.
- sollen literarische Inhalte szenisch umsetzen.
- schulen ihr kreatives Schreiben u.a. als ergänzende Interpretation
- sollen für fächerübergreifende Bezüge sensibilisiert werden.
- sollen fähig sein, Inhalte der Romanvorlage zu aktualisieren.