Schulkinder unterstützen und stärken - Hintergrundwissen und Praxismaterialien für Lehrkräfte
Kreative Ideenbörse Schule – Sonderausgabe 2022 / 2023
Lernen mit allen Sinnen war bereits in der Reformpädagogik, etwa bei Maria Montessori, ein wichtiger Schwerpunkt und gewinnt in heutiger Zeit angesichts zunehmender Digitalisierung des Unterrichts wieder an Bedeutung. Dass mediale Erziehung und der Einbezug digitaler Medien im sinnvollen Rahmen in der Grundschule ihren Platz haben, ist sicher unbestritten, dennoch gilt es, gerade deshalb das ganzheitliche Lernen unter Einbezug aller Sinne in der Schule zu fördern.
In der Schule können wir diese Prozesse durch einen bewussten Umgang mit Sinneswahrnehmungen und einer damit einhergehenden Sinnesschulung regelmäßig fördern. Der Morgenkreis bietet einen passenden Rahmen, aber auch während des Unterrichts ist eine „Besinnungsphase“ als Element der Rhythmisierung oder Entspannung denkbar.
Erfahrungen im Schulalltag zeigen, dass in vertrauensvoller Atmosphäre verschiedene Ängste von den Kindern selbst angesprochen werden. Das Erleben, die eigenen Gefühle und Ängste durch erlernte Techniken beeinflussen zu können, also handlungsfähig zu sein, ist für die Kinder unglaublich wichtig und stärkt sie in vielfältiger Weise.
Sachkompetenz: Sinnesorgane und ihre Funktionen verstehen; Sinneseindrücke genau wahrnehmen
Methodenkompetenz: eine Geschichte erlesen und die Bedeutung für die eigenen Empfindungen herausarbeiten
Sozialkompetenz: anderen zuhören und eigene Gedanken einbringen
personale Kompetenz: Vertrauen in die eigene Handlungsfähigkeit auch in angstvollen Situationen entwickeln
Es ist wichtig, diese Übungen regelmäßig, anfangs möglichst täglich, durchzuführen, damit die Kinder in einer Stresssituation oder in der Begegnung mit Ängsten in der Lage sind, die geübte Besinnungsphase als Strategie einzusetzen.