Arbeitsmaterialien für die Oberstufe
Begleitmaterial zur Lektüre
José Saramago ist ein portugiesischer Schriftsteller. 1998 erhielt er für sein Werk den Nobelpreis für Literatur. In seinem Roman "Die Stadt der Blinden" (1995) thematisiert er das Wesen der menschlichen Natur, ihre Abgründe sowie die in ihr verborgenen Möglichkeiten zum Guten.
Die Lektüre des Romans eignet sich besonders am Ende der Kursstufe. Die Schüler verfügen dann über ein breites begriffliches Repertoire, das ihnen einen inhaltlichen Zugriff ermöglicht. Die zahlreichen Materialien dieses Unterrichtsentwurfs sowie einzelne Hinweise zur weiteren Lektüre dienen der konzeptionellen Absicherung des Verstehens.
Anhand des Romans sind zahlreiche Anknüpfungen zur Theoriebildung aus diversen Fachbereichen möglich. Der vorliegende Unterrichtsentwurf konzentriert sich vor allem auf die soziologischen, psychologischen und philosophischen Aspekte des Romans.
Die erzählerische Gestaltung des Romans führt zu einer äußerst spannenden Lektüre, in der der Leser immer wieder auf sich selbst zurückverwiesen wird. Grund hierfür ist vor allem der Erzählstil, der personales, neutrales und auktoriales Erzählen kombiniert. Gedanken und Gefühle einzelner Figuren werden immer wieder durch Gespräche, Kommentare oder Ausführungen zu allgemeinen Auffassungen und Verhaltensweisen der Menschen unterbrochen.
2008 wurde der Roman verfilmt. Die Untersuchung des Films ist zwar nicht Gegenstand dieser Unterrichtseinheit, sie kann aber sicherlich zur Weiterführung oder Vertiefung genutzt werden.
Lernziele dieser Unterrichtseinheit: Die SchülerInnen ...
-
erforschen in einem Gedankenexperiment die Bedeutung des Augenlichts für das Menschsein.
- untersuchen die Entwicklung der Hauptfiguren des Romans.
- reflektieren die Unterschiede zwischen Tier und Mensch.
- setzen sich mit dem Wesen des Menschen und der Bedeutung der Kultur für das Menschsein auseinander.
- erfassen die Bedeutung des Blicks, des Sehens und des Gesehen-Werdens für das Selbstbewusstsein des Menschen.
-
interpretieren den Roman als eine Aufforderung zu zwischenmenschlicher Liebe und Aufmerksamkeit als Grundlage für gelingendes Beisammensein.