Themen der antiken Kultur und Geschichte
RAAbits Latein, Klassen 10-13, 4.-7- Lernjahr
Das Ziel dieser lehrwerksunabhängigen Unterrichtseinheit (Latein SEK II) ist es, zum einen die Schülerinnen und Schüler zu sensibilisieren, den einfach simplen, aber in virtuoser Form manipulativen Narrativen sozialer Medien kritisch gegenüberzustehen, zum anderen aufzuzeigen, wie ein grundlegendes (heidnisches) Gedankenmodell noch die Moderne prägen kann und die Antwort auf die existenzielle Frage nach dem (fürsorglichen) Verhältnis von Menschen untereinander mitformen kann
"Just google ‚ordo amoris”. So ließ der US-Vizepräsident J. D. Vance auf die Kritik verlauten, die seiner in den „vertrauenswürdigen“ Medien wie FOX News verbreiteten Rechtfertigung der US-Migrationspolitik entgegengebracht wurde:
Dort hatte er die Härte gegenüber (illegalen) Migranten mit dem Verweis auf ein christliches Konzept zurückgeführt. In weiten Teilen insbesondere der anglophonen Öffentlichkeit stieß er damit auf heftige Ablehnung. Den ordo amoris hat, aufbauend auf dem stoischen ordo-Gedanken bei Cicero, Augustinus entwickelt, Thomas v. Aquin hat ihn weiter ausdifferenziert. Die Schülerinnen und Schüler entwickeln mit der Lektüre einen eigenen Zugang zu dieser grundsätzlichen Fragestellung antiker Denker, die in der Gegenwart zu einer ungeahnten Aktualität geführt hat.
Die Materialien haben sich als Thema innerhalb der Cicerolektüre bewährt, um gleichsam die weitere Wirkung in Spätantike, Mittelalter und Moderne aufzuzeigen. Es ergibt sich für die Lerngruppe, dass sie sich mindestens seit der fünften bzw. siebten Klasse mit der lateinischen Sprache auseinandergesetzt hat. Diese Reihe ist in allen vier Stufen umgesetzt worden; innerhalb dieses Rahmens sollte die Lehrperson natürlich ihre Erwartungen den Möglichkeiten innerhalb des fünften, sechsten oder siebten Lernjahrs anpassen.
Inhalt der Einheit:
- Die Legitimation der US-Migrationspolitik
- J. D. Vance und der ordo amoris / Textanalyse und Recherche
- Die Debatte um die Legitimation der US-Migrationspolitik
- Die Migrationspolitik und die Ordnung der Liebe: Eine theologische Korrektur
- Kirchen haben den Auftrag, sich politisch zu engagieren
- Die Ordnung der Liebe, von R. Hank
- Warum Trumps Nächstenliebe gefährlich ist
- Debatte um die US-Migrationspolitik und die Rechtfertigung aufgrund des angeblichen ordo amoris
- Der ordo rerum – Was ist der richtige Zeitpunkt zu handeln? (Cic. off. I, 142 ff.) / Übersetzung, Textanalyse
- Beneficentia – Was ist der richtige Zeitpunkt, wohltätig zu sein? (Cic. off. I, 42–57) / Übersetzung, Textanalyse
- Der ordo amoris – Was ist der richtige Zeitpunkt zu lieben? (Aug. doctr. christ. I, 28/29) / Übersetzung, Textanalyse
- Der ordo caritatis – Was ist der richtige Zeitpunkt, Nächstenliebe zu beweisen? (ThA. ST. II – II 26, 6) / Übersetzung, Textanalyse
- Was bestimmt die Liebe zum Nächsten?
- Debatte um die US-Migrationspolitik und die Rechtfertigung aufgrund des angeblichen ordo amoris
- Klausur: Die US-Migrationspolitik, Ausdruck des ordo amoris?
Die Unterrichtseinheit ist auf den Erwerb und Ausbau der folgenden Kompetenzen ausgerichtet:
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Textkompetenz: Kenntnisse der Gattung der annalistischen Geschichtsschreibung, der pragmatischen Geschichtsschreibung und (in Ansätzen) des philosophischen Lehrwerks, Nachweisen und Einordnen von signifikanten Merkmalen dieser Gattung(en)
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Kulturkompetenz: Erfassen und beurteilen maßgeblicher Normen der Stoa und ihrer transformierten Bedeutung im Christentum der Spätantike und in der Moderne
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Methodenkompetenz: Verarbeitung von den Ergebnissen in einer Debatte
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personale und soziale Kompetenz: Selbstständigkeit, Teamfähigkeit, Kritikfähigkeit gegenüber den äußeren Einflüssen
Dauer: 10 Unterrichtsstunden
Neben den mittlerweile üblichen textvorerschließenden Kompetenzen liegt ein Schwerpunkt auf der inhaltlichen Auseinandersetzung der lateinischen Texte in Form einer Übersetzung als dem proprium des altsprachlichen Unterrichts