Geschichtsschreibung - Perspektiven auf das Volk der Britannier
RAABE Unterrichts-Materialien Latein Klassen 10-13, Lernjahr 4-6
Diese Unterrichtsreihe ist für die Phase nach der Lehrbucharbeit und der Übergangslektüre konzipiert und kann ab dem vierten Lernjahr im Unterricht eingesetzt werden. Zur besseren Einordnung der einzelnen Textabschnitte dienen jeweils eine kurze Einleitung sowie knapp gefasste deutsche Texte, in denen Sachwissen vermittelt wird.
Das Ziel im aktuellen Lateinunterricht ist es, die Texte zu verstehen und dann erst zu übersetzen. Daher sollen die vorgeschlagenen Aufgaben in der Regel vor der Übersetzung bearbeitet werden, die Übersetzung selbst stellt gewissermaßen den Schlusspunkt dar, wenn viele Einzelheiten und der Gesamtkomplex verstanden sind.
In dieser Unterrichtsreihe für den Lateinunterricht in der SEK II werden Völker aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet. Caesar vertritt die Position eines römischen Feldherrn und Politikers, Tacitus blickt zwar ebenfalls aus römischer Perspektive auf die Ereignisse, er lässt aber auch einen Britannier zu Worte kommen, während Beda Venerabilis mehrere Perspektiven bei der Beurteilung der Völker einnimmt.
Sprachlich gesehen können die Passagen nach der Lehrbucharbeit und der Übergangslektüre durchaus von den Schülerinnen und Schülern bewältigt werden, da entsprechende Hilfen und Erklärungen mitgeliefert werden. Es handelt sich einerseits um klassische Texte (Caesar, Tacitus), andererseits um einen mittelalterlichen Autor (Beda Venerabilis), der aber an klassische Vorbilder orientiert war. Manche Lexeme nehmen weitere Bedeutungen an, andere Lexeme sind zwar nachklassisch, werden aber wie oben bereits deutlich wurde, in Übersetzung geboten. Die Syntax orientiert sich weitgehend an klassische römische Autoren. Bekanntlich gilt Caesar als Meister römischer Stilistik, Tacitus mit seiner Schrift Agricola ebenso.
Kometenzen:
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Sprachkompetenz: Analyse sprachlich-stilistischer Texte klassischer römischer und mittelalterlicher Historiker;
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Kulturkompetenz: historische Deutung römischer und mittelalterlicher Darstellungen verschiedener Völker; Aufdeckung von Techniken bei Porträts des eigenen Volkes und die anderer Völker
Die Lehrpläne der einzelnen Bundesländer schreiben vor, dass sich Schülerinnen und Schüler einerseits mit den klassischen antiken lateinischen Texten auseinandersetzen, andererseits aber auch Rezeptionsdokumente aus späteren Epochen bis hin zur Neuzeit kennenlernen sollen.
Die vorliegende Unterrichtsreihe stellt mehrere zentrale Autoren der ausgehenden römischen Republik, der frühen Kaiserzeit und des frühen Mittelalters in den Mittelpunkt, die bisher unter der gewählten Thematik nur wenig Berücksichtigung in fachdidaktischen Publikationen erfahren haben. Ausgewählte Textpassagen eignen sich gut in der Phase nach der Übergangslektüre, auch zum Einüben zügigeren Übersetzens.
Das Besondere an dieser Lektürereihe ist, dass die Völker von verschiedenen Perspektiven betrachtet werden; Caesar schreibt aus der Sicht eines römischen Feldherrn und Politikers, Tacitus setzt auch die römische Brille auf, indem er aber einen Vertreter der Britannier eine Rede halten lässt, schafft er sich die Möglichkeit, die Seiten zu wechseln und mit den Augen eines „Barbaren“ auf die Römer zu schauen. Beda Venerabilis nimmt ebenfalls mehrere Perspektiven ein, wenn es um die Beurteilung der Völker geht.
Dauer der Unterrichtseinheit: ca. 14 Stunden