Arbeitsmaterialien für die Oberstufe
Begleitmaterial zur Lektüre
Die Unterrichtseinheit ist insofern exemplarisch, als sie in der Arbeit an einem relativ kurzen Text vor allem dem kreativen Schreiben breiten Raum gewährt, um die Schreibkompetenz der Schülerinnen und Schüler zu aktivieren und zu steigern.
"Schützenehre" ist gewiss ein Text für fortgeschrittene Leserinnen und Leser; ein Text, der Provokation literarisch gestaltet und so selbst provoziert; ein Text, der gattungs- bzw. formentypologisch der Novelle nahesteht, der erzähltechnisch sowie sprachlich auffällig ist und an dem man das Phänomen der Intertextualität im Hinblick auf religiös-mythologische sowie explizit literarische Anspielungen komplex nachweisen kann. Kurz: "Schützenehre" ist ein Text, an dem man sich reiben und abarbeiten kann, ein Text, der auch kritisierbar ist; ein Text also, der von seinen Interpreten verlangt, die Kriterien ihrer Bewertung differenziert zu benennen.
Damit bietet sich "Schützenehre" als Unterrichtsgegenstand für die gymnasiale Oberstufe insbesondere auf einem erhöhten Anforderungsniveau an, ermöglicht aber zugleich ein selbstgesteuertes Lernen der Schülerinnen und Schüler, die im Hinblick auf eine Abiturprüfung in einem begrenzten Zeitraum ihre interpretatorischen Fähigkeiten wiederholend und vertiefend anwenden wollen.
Lernziele dieser Unterrichtseinheit: Die SchülerInnen ...
- setzen sich in einem wesentlich produktiv gestalteten Vorgehen mit Botho Straußens epischem Debüt "Schützenehre" auseinander.
- schulen ihre Vorstellungskraft und ihre Erzählfantasie anhand von Linolschnitten Axel Hertensteins.
- widmen sich intensiv dem Thema Ehre und lernen typische gruppendynamische Verhaltensmuster kennen.
- üben sich in der Analyse erzähltechnischer und gattungs- bzw. formentypologischer Strukturen.
- entdecken das Phänomen der Intertextualität und erschließen sich die Subtexte der ersten Strauß-Erzählung.
- erfassen die integrative Kraft von Literatur sowie die interpretatorische Relevanz von Kulturwissen.
- reflektieren die Abläufe von Lektüreprozessen um literarische Texte und beschreiben das Bedingungsfeld der Partnerschaft von poeta doctus und lector litteratus.
- schulen sich in der differenzierten Bewertung eines literarischen Werke