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Patrick Süskind - Die Taube

Patrick Süskind - Die Taube

12,50 EUR

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35 Seiten, PDF-Datei

Sekundarstufe II

Deutsch


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Art.Nr.: NWL140532017
Verlag: Mediengruppe Oberfranken


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Arbeitsmaterialien für die Oberstufe

Begleitmaterial zur Lektüre

Die vorliegende Unterrichtseinheit stellt die Novelle "Die Taube" von Patrick Süßkind (1987) in den Mittelpunkt. Jonathan Noel, die Hauptfigur dieser Novelle, lebt ein zurückgezogenes, klar strukturiertes Leben. Durch die Begegnung mit einer Taube wird seine Lebensweise aufgebrochen. In seiner völlig von Angst durchtränkten Reaktion auf die Taube wird deutlich, dass seine Lebensweise ein künstliches Gerüst darstellte, das ihn vor der Konfrontation mit seinen Ängsten bewahrte. Durch die Begegnung mit der Taube wird jene Auseinandersetzung aber herbeigeführt; und im Verlauf eines wahrhaft höllischen Tages und einer ebenso schlimmen Nacht lernt Jonathan Noel seine Ängste kennen. Seine gedankliche und emotionale Auseinandersetzung mit einem Obdachlosen spiegelt diesen Prozess der Selbsterkenntnis. Die Erfahrung mit der Taube erlaubt ihm schließlich den Ausbruch aus seinem bisherigen, durch äußere und innere Starre geprägten Leben. Die bessere Kenntnis seiner selbst gibt ihm mehr Sicherheit; er kann ins „Freie“ laufen, und nahezu wie ein Kind froh und unbelastet durch die Pfützen stapfen.

Vergleichend wird "Die Geschichte von Herrn Sommer" (1991) hinzugezogen. Auch die titelgebende Figur, Herr Sommer, zieht sich von den Menschen zurück. Gestaltet wird diese "Geschichte" als der Rückblick eines nun erwachsenen Erzählers, der seine Kindheitserinnerungen mitteilt, in denen Herr Sommer eine zentrale Rolle einnimmt. Es wird deutlich, dass auch das Kind, das der Erzähler einmal war, eine Tendenz hat, sich fremd in der Welt und von allen unverstanden zu fühlen. Deshalb ist es dieses Kind, das Verständnis für die Eigenwilligkeiten des Herrn Sommer aufbringen kann. Herrn Sommers Bruch mit den Menschen ist um ein Vielfaches deutlicher als bei Jonathan Noel. Während Noel einem Beruf nachgeht, in einer Wohnung lebt, isst, aufräumt, liest, also ein geordnetes Leben hat, besteht das Leben Herrn Sommers darin, auf ewiger, ununterbrochener Wanderschaft zu sein. Er kennt keine Heimat, keine Ruhe, keinen Sinn und keinen Platz im Leben. Anders als Noel findet er auch keinen Ausweg aus seinem Unglück. Er wählt schließlich den Freitod.

Der Vergleich der beiden Figuren zeigt, dass ihre Probleme unterschiedlich stark ausgeprägt sind. Es gibt nur zwei Möglichkeiten, mit diesen Problemen umzugehen: Sie zu bewältigen oder zu sterben. Mit ihnen kann nicht gelebt werden.

Abschließend soll versucht werden, einen Bezug zur Welt der Schüler herzustellen. Sie sind aufgefordert darüber nachzudenken, inwieweit Jonathan Noel, Herr Sommer und sein Erzähler mitten unter uns und in uns sitzen.

Lernziele dieser Unterrichtseinheit: Die SchülerInnen ...

  • lesen und interpretieren die Novellen "Die Taube" und "Die Geschichte von Herrn Sommer" von Patrick Süskind.
  • erfassen und vergleichen die Persönlichkeiten der gestalteten Figuren.
  • lernen die Gattung der Novelle kennen.
  • befassen sich ausführlich mit dem Handlungsraum der Novellen, der als nach außen getragene Innerlichkeit der Figuren interpretiert werden kann.
  • erkennen in den Grundmustern der Persönlichkeiten Menschen aus ihrer Lebenswelt wieder und begreifen sie als ein modernes Phänomen.
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